Wis­sen­schaft­lich beglei­tet zur pas­sen­den tech­ni­schen Unter­stüt­zung

Theresia Haßler ist Teil eines wissenschaftlichen Teams an der Katholischen Hochschule NRW, das das SeWo-Projekt begleitet und auswertet. Foto: SeWo

Das SeWo-Pro­gramm wird von Prof. Dr. Fried­rich Dieck­mann und den Wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­te­rin­nen The­re­sia Haß­ler und Moni­ka Lau­mann vom Insti­tut für Teil­ha­be­for­schung der Katho­li­schen Hoch­schu­le NRW wis­sen­schaft­lich beglei­tet.
Die wis­sen­schaft­li­che Beglei­tung doku­men­tiert aber nicht nur den Ver­lauf des SeWo-Pro­gramms, son­dern trägt aktiv zum Gelin­gen bei. Das Team der KatHO unter­stützt die SeWo-Pro­jekt­part­ner bei­spiels­wei­se dabei, nut­zer- bzw. bedie­nungs­freund­li­che tech­ni­sche Lösun­gen zu erar­bei­ten, die sich für die jewei­li­gen Ziel­grup­pen eig­nen und deren Teil­ha­be­zie­le unter­stüt­zen. Einen Ein­blick in den Stand der Din­ge gibt The­re­sia Haß­ler.

Als Evaluationsteam der KatHO Münster beschäftigen wir uns derzeit damit, eine Evaluationsmappe für jedes Projekt auszugestalten. Sie enthält eine Erläuterung der Evaluationsschritte in den beiden Themenschwerpunkten „Quartier und Sozialraum“ sowie „technische Unterstützung“. Einen groben Überblick über unsere Planung haben wir bereits im Rahmen des Konzeptionsworkshops am 12. Oktober 2018 vorgestellt.

Am 19. Februar 2019 trafen sich die 15 geförderten Wohnprojekte, die SeWo gGmbH und andere Experten in der Speicherstadt Münster zu einem gemeinsamen Workshop. Foto: SeWo

Die Evaluationsmappe soll nun einen detaillierteren Einblick in den Ablauf der Evaluation und die damit verbundenen projektbezogenen Aufgaben geben. Sie deckt die gesamte Zeitspanne des SeWo-Modellprojekts ab. Daneben geben wir den Projekten außerdem verschiedene Instrumente an die Hand (zum Beispiel eine Netzwerkkarte des Wohndienstes, eine Eco-Map für die Mieterinnen und Mieter oder einen Technik-Dokumentationsbogen). Diese Instrumente sollen die Projekte bei der Planung und Realisierung unterstützen und dienen gleichzeitig der Evaluation.

Planung und Dokumentation des Bereichs Technische Unterstützung

Jedes Projekt steht früher oder später vor der Frage, welche technischen Lösungen die zukünftigen Mieterinnen und Mieter im Projekt beim selbstbestimmten Wohnen unterstützen können. Der Technikworkshop mit der Agentur zero360 im November 2018 hat gezeigt, welche zahlreichen Technologien mittlerweile auf dem Markt verfügbar sind und dass es sich lohnt, ausgehend von den Bedürfnissen und Bedarfen der Mieterinnen und Mieter innovativ zu denken. Vor allem ist dabei aber zentral, bei den anstehenden Überlegungen die zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer als Expertinnen und Experten in eigener Sache einzubinden. Wenn Planungen ohne diejenigen gemacht werden, die zum Schluss von den Technologien profitieren sollen, werden Teilhabeziele erfahrungsgemäß schnell verfehlt.

Im partizipativen Planungsprozess stehen deshalb drei zentrale Fragen im Fokus:

1.
Zu welchen Zwecken und in welchen Bereichen sollen die zukünftigen Mieterinnen und Mieter durch das technische Element unterstützt werden?

Hierbei liegt der Fokus auf dem Ziel, dem der Einsatz der Technologien dienen soll. Welchen Unterstützungsbedarf soll der Einsatz der Technologie ansprechen? Welchen konkreten Teilhabe- bzw. Lebensbereichen kommt der Einsatz für die einzelnen Mieterinnen und Mieter wie zugute?

2.
Wie soll das technische Element die zukünftigen Mieter/innen konkret unterstützen?

Es sollte herausgefunden werden, wie die konkreten Szenarien im Wohnalltag aussehen können, in denen die zukünftigen Mieterinnen und Mieter von den Technologien beim selbstbestimmten Wohnen unterstützt werden. Je nach Technologie stellt sich ebenso die Frage, wie eine Steuerung der Technologie durch den Mieter oder die Mieterin selbst realisiert wird und wie die Nutzung „eingeübt“ wird.

3.
Welche Rahmenbedingungen müssen im Projekt bedacht werden, damit die Technologien auch eingeführt werden können?

Mit der Einführung einer Technologie müssen je nach Einsatzfeld verschiedene Rahmenbedingungen schon bei der Planung berücksichtigt werden. Neben baulich-technischen, finanziellen oder mieterinnen- und mieterbezogenen, d.h. personenbezogenen Bedingungen ist der Blick auch auf personelle und sozialräumliche Strukturen zu werfen. Neben den zukünftigen Mieterinnen und Mietern müssen auch die zukünftigen Unterstützungspersonen im Wohnprojekt mit den Technologien vertraut sein und somit geschult werden.

Diese zentralen Aspekte werden im Rahmen eines Planungs- und Dokumentationsbogens aufgegriffen, der den Projekten für ihr Vorhaben mit der Evaluationsmappe zur Verfügung steht und zugleich der Evaluation dient. Jegliche Überlegungen der Projekte im Rahmen der Planung, egal mit wie vielen Fragezeichen sie noch verbunden sind, sind besonders gewinnbringend für zukünftige Projektvorhaben! Es geht nicht darum, prompt perfekte Lösungen zu entwickeln, sondern sich gemeinsam mit den zukünftigen Mieterinnen und Mietern schrittweise an solche heranzutasten und auszuprobieren.